Tier

Hi I’m Lotta

Heute stell ich euch mal einen ganz besonderen Teil in meinem Leben vor. Wir waren noch nicht über den Verlust unserer Gipsy hinweg aber vor vier Jahren ist eine 14 Monate alte Mischlingshündin in mein Leben gestolpert. Die Bernsteinfarbenen Augen Hypnotisierten mich vor dem Bildschirm, ein Hund aus der Tötungsstation starrte mich an, Deathline in drei Tagen, ohne Besitzer konnte sie nicht gerettet werden, die Tierschutzorganisationen sind überfüllt. Mir ging „Stella“ die ängstliche, schüchteren und ruhige 😀  „4 Jahre“ alte Labradorhündin nicht mehr aus dem Kopf. Ich hab einfach geschrieben, hier wir nehmen sie, zum Leid meiner Eltern weil „es kommt kein zweiter Hund mehr ins Haus“ jetzt seit 4 Jahren bei uns wohnt. Aber jeder von uns brauchte Lotta, um zu wachsen – allerdings wussten wir anfangs noch nichts von unserem Glück(meine Eltern, Mogli – der alte Bär und vorallem ich)  Ich wusste ganz genau, dir gebe ich das Leben, dass du verdienst. Endlich bei mir angekommen entwickelte sich die Sache ganz anders als geplant. Anfangs war sie ein richtiges Ekelpaket, nicht die Art von Begleiterin die ich mir vorgestellt hatte, aber es kommt ja immer anders als man denkt (Danke Oma). Ausbüchsen, Schnappen und Ignoranz gehörte zum täglichen Programm. Meine Eltern hatten Angst vor ihr und ich war überfordert, „Der Hund kommt weg“ hieß es von deren Seite. Wir waren total verweifelt und wollten sie noch nicht aufgeben. Als letzte Chance für Lotta (eigentlich uns :D) haben wir uns an eine Hundetrainerin gewendet, das Monster musste verschwinden. Das erste was die Trainerin gesagt hat „Kann es sein, dass Lotta hier nicht Willkommen ist?“ – Ja kann schon sein meine Eltern haben Angst und ich weiß nicht mehr weiter…Mein Papa war gegen einen zweiten Hund. Aber man kann ja zu der Tochter nicht nein sagen.

Nach vielen Trainingsstunden (in der hauptsächlich wir lernten), Tränen und Wutausbrüchen wurde die ganze Sache langsam klarer, sie hat sich nicht willkommen gefühlt, sie ist sehr feinfühlig und sensibel. Aber keinenfalls ein schlechter Hund. Manchmal etwas stürmisch, weil sie denkt sie ist ein ganz kleiner Hund, der keine Kraft hat.

nik_1683-bearbeitetSchlechte Laune, Stress und Hektik erträgt sie nicht, also reagiert sie genauso – wie ein Spiegel. Lotta ist mein Spiegelbild, wenn ich sie ansehe, weiß ich wie es mir geht – Lotta und ich sind zusammen gewachsen. Aufeinander abgestimmt. Hab ich einen scheiß Tag, benimmt sie sich wie der letzte Vollidiot. Bin ich glücklich und entspannt ist sie es auch.  Und die Fraktion „Der Hund kommt weg“ würd mir für Lotta am liebsten komplett das Sorgerecht entziehen, da Sie sie mittlerweile so sehr ins Herz geschlossen haben. (Sie darf leider nicht für immer in der Wohnung sein, Hunde verboten, also kommt sie im Urlaub oder wenn mal ein Wochenende Luft ist). Zu meinem Mann habe ich damals gesagt, wenn er meinen Hund nicht mag, kann er gleich wieder gehen und was soll ich sagen, die beiden sind total ineinander verknallt.

Nach all dem was wir zusammen erlebt haben, bin ich so froh, dass sie mir so ein gute Lehrmeisterin und Partnerin ist. Mit ihr an der Seite habe ich keine Angst. Es lohnt sich also doch, den steinigsten und schwersten aller Wege zu gehen, wenn sie an einen schönen Ort führen. Wir vertrauen uns Blind.

Jedem dem ich die Geschichte vom großen, bösen schwarzen Hund erzähl, glaubt mir kein  Wort „ach Lotta ist doch so eine Ruhige und Liebe, kann ich mir nicht vorstellen!“  

mein Wunsch ging doch noch in Erfüllung, aber ich musste eben was dafür machen 😉 Sie war schon immer der Hund, der sie ist, nur haben wir angefangen Sie mit anderen Augen zu sehen.

6 Kommentare

  • Hilfe für Miranda

    Toll das Ihr nicht aufgegeben habt. Es hat sich gelohnt. <3 Für Hunde die aus Tötungsstationen gerettet werden oder die früher auf der Straße lebten, ist es der absolute Kulturschock, wenn sie in Deutschland ankommen und auf einmal in einem Haus leben sollen. Sie müssen ganz von vorne anfangen und alles lernen, denn sie kennen nichts. Es dauert eine Weile, bis sie richtig angekommen sind. Diese Zeit sollte man ihnen geben und anfangs nicht zu viel von ihnen verlangen.
    Geduld, Ruhe und Konsequenz ist wichtig. Ihr habt das ganz toll hinbekommen. Auch Eure Hundetrainerin finde ich super. Sie hat gleich gemerkt, was schief läuft. 🙂
    LG Susanne

  • Franziska Schmiedhofer

    Eine Hündin wie meine Freya, nicht nur optisch. Ich lerne auch mit Freya und Frank. Auch wenn es nicht immer leicht ist, sie sind die besten Wauzis der Welt! Dir geht es wahrscheinlich auch so.
    Danke für Deinen schönen Beitrag!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: